Denn es galt, im Schulhaus wichtige Gäste zu begrüssen und die Schule von der besten Seite zu präsentieren. Am Tag der offenen Schule kamen Regierungsrat und Solothurner Bildungsdirektor Remo Ankli, die Präsidentin der Lehrerinnen und Lehrer Solothurn Dagmar Rösler, der Präsident des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter, Adrian van der Floe und der Vorsteher des Volksschulamtes Andreas Walter. Traditionsgemäss besuchen diese Behördenvertreter eine Schule im Kanton.

Verena Meyer-Burkhard, die Präsidentin des Bucheggberger Schulverbandes begrüsste die Gäste offiziell ein paar Minuten vor Schulbeginn. Sie informierte, dass man sich derzeit in verschiedenen Workshops Gedanken über die Strukturen des Schulverbandes Bucheggberg mache. «Im Gespräch mit den Delegierten sieht man, dass nicht überall Zufriedenheit herrscht», meinte sie. Und weiter nahm sie Gelegenheit wahr, die zuständigen Amtspersonen als Zuhörer vor sich zu haben und sie kritisierte: «Der Austausch zwischen den verschiedenen Zweckverbänden im Kanton könnte besser sein; der Austausch untereinander fehlt.»

Individualität im 9. Schuljahr

Der Schulleiter der Sekundarschule Schnottwil Markus Bernsau übernahm es dann, den Gästen den individuellen Unterricht an seiner Schule zu zeigen. Es gab die Möglichkeit, mehrer Unterrichtsstunden zu besuchen und mit Lehrern und Schülern ins Gespräch zu kommen.«Vor zwei Jahren führten wir zusammen mit zwei anderen Schulen im Kanton ganz konsequent das Schulmodell des individuellen Förderns für das 9. Schuljahr ein», erläuterte Bernsau. «Unser Ziel ist, dass alle Schüler am Ende der 8. Klasse die Berufswahl abgeschlossen haben und danach in der 9. Klasse grösstenteils nur noch die individuelle Förderung – ganz ihrer Berufswahl entsprechend – erhalten.»Was das im Schulalltag konkret bedeutet, zeigte Lehrer, respektive Coach Christoph Ramseyer. Er besprach mit einem Schüler der 9. Klasse dessen Lernziele. Der Schüler plant in sechswöchigen Zyklen seine längerfristigen Ziele. Zudem wird er wöchentlich vom Lehrer gecoacht und geprüft.«Der Schüler muss also jeweils Ende einer Woche seinen Plan für die kommende Woche wieder ausgearbeitet bereit haben. Er bestimmt selbst, ob er nun beispielsweise in Rechtschreibung oder Englisch weitere Lernziele erreichen will.» Ein Training, dass die Schüler auch auf die kommende Gewerbeschule vorbereite, findet Bernsau. In Schnottwil werden Sek B und Sek E geführt.

Weniger Elterninteresse

Diese Tage der offenen Schule finden insbesondere in der Oberstufe keinen sehr grossen Anklang bei den Eltern. «Es gibt gar Schüler die ihren Eltern sagen ‹komm’ ja nicht in die Schule›»,erzählte Bernsau lachend. Dennoch findet er diese Tage gut, gibt es doch Gelegenheit, die alltägliche Schul-Arbeit der Öffentlichkeit zu zeigen. Der 15-jährige Elia Flückiger wollte den Medienvertretern auch noch sagen, wie toll er diese Schule findet.«Ich gehe gerne in diese Schule. Am coolsten sind die Pausen und die Lehrer», schwärmte er. Von den prominenten Gästen liess sich der Junge, der gerne Forstwart werden will, gar nicht gross irritieren. Als ihm Remo Ankli im Gestaltungs-Unterricht über die Schulter schaute, wolle er von ihm wissen, wer er denn sei und wo er arbeite.