Posted in News

Landammann Remo Ankli am 1. August: «Der politische Streit ist fruchtbar»

5 Aug ’17 - 10:06

Landammann Remo Ankli hielt seine Rede zum 1.August gleich an drei Feiern im Kanton: Auf dem Bleichenberg in Biberist/Zuchwil, in Bärschwil und in Buchegg.

«Politik bedeutet auf keinen Fall nur gutes Einvernehmen und Harmonie, sondern auch Streit und Auseinandersetzung», warb Bildungsdirektor Remo Ankli (FDP) in seinen Ansprachen für einen offenen und fairen Diskurs. Politiker dürften sich gar nicht immer einig sein, das «wäre schlecht für die politische Arbeit und würde unser Land nicht für die Zukunft fit machen». Denn: «Mithilfe einer fairen Streitkultur ringen wir um den richtigen Weg und finden die besten Lösungen.»

 Der Solothurner Politik, so glaubt der FDP-Politiker aus Beinwil, würde es «vielleicht manchmal guttun, wenn etwas weniger Bedürfnis nach Harmonie herrschte und dafür etwas mehr Streitlust. Politik lebt vom Streit um die besten Lösungen.» Eigentlich dürfe man behaupten, «dass nur diejenigen politischen Weichenstellungen, um die ernsthaft gerungen wurde, echte Fortschritte und von Dauer» seien.

Andere Meinungen akzeptieren

«Streit und Auseinandersetzung gehören zur seriösen Willensbildung dazu», zeigte sich der Landammann überzeugt. Sie könnten dann «fruchtbar und weiterführend sein, wenn man dabei hört, was der andere zu sagen hat.» Entscheidend sei, dass man «die Meinung des Anderen als eine Äusserung akzeptiert, die ebenfalls ihr Recht hat, die auch ein Teil der Wahrheit enthalten kann.»

Aufeinander hören, das heisse auch einander achten, schlug Ankli einen Bogen zu Niklaus von Flüe. Dieser habe vor 536 Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass die alten Eidgenossen ihren Streit friedlich beilegen konnten. Der Festredner zitierte aus einem Brief von Bruder Klaus an den Rat von Bern, in dem der Eremit die Berner dazu aufrief, aufeinander zu horchen und zu hören.

Dies sei das Gegenteil von den anderen verachten oder verächtlich machen, hielt der Landammann fest. «Der politische Streit ist fruchtbar, denn die politische Auseinandersetzung führt unser Land weiter.» Aber: Wenn man dem Gegenüber den grundlegenden Respekt entziehe und ihn geringschätze, dann zerstöre man die gemeinsame Grundlage, auf der man sich treffen könne, die gemeinsame Ebene, «die man getrost Heimat nennen kann». (ums.)

Schreiben Sie einen Kommentar