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Leseschwächen: «Das Ergebnis beunruhigt mich»

03/10/2014 - 19:17

«Wir müssen die Resultate der Pisa-Studie genau analysieren und dann die Schlussfolgerungen daraus ziehen», sagte gestern Bildungsdirektor Remo Ankligegenüber dieser Zeitung. Erstmals hat der Kanton Solothurn eine eigene Auswertung der Schulleistungen eines Querschnitts seiner 15-jährigen Schülerinnen und Schüler erstellen lasen. Daraus wird deutlich, dass 17 Prozent der jungen Männer und Frauen nur über rudimentäre Lesekenntnisse verfügen (siehe die gestrige Ausgabe).

«Dieses Ergebnis beunruhigt mich und ist gleichzeitig auch eine Enttäuschung», zeigt sich Anklibesorgt. Die Fähigkeit, Informationen in einem Text miteinander zu verknüpfen, sei eine ganz grundlegende Fähigkeit. Ohne ein angemessenes Textverständnis sei es nur schwer möglich, in der heutigen Berufswelt zu bestehen. «Wir dürfen jetzt aber nicht in einen unüberlegten Aktivismus verfallen», mahnt der Bildungsdirektor. Es stehe aber fest, dass der Kanton Gegensteuer geben muss.

 

Gezielte Massnahmen

Die Antwort auf den Befund der Pisa-Studie dürfe allerdings nicht einfach in grossflächig angelegten Leseförderungskampagnen bestehen. «Wir müssen spezifische Massnahmen entwickeln, um die Risikogruppe direkt anzusprechen.» Zu den Solothurner Lesemuffeln zählen besonders männliche Jugendliche mit einem Migrationshintergrund.

Zufrieden ist Ankli indes mit dem Abschneiden der Solothurner Jugendlichen in der Mathematik und den Naturwissenschaften. «Hier liegen wir im Schweizer Durchschnitt.» Zum gleichen Schluss gelangt auch Roland Misteli, Geschäftsführer des Verbands der Solothurner Lehrerinnen und Lehrer (LSO). Misteli erachtet Schulrankings zudem grundsätzlich für fraglich. Ein «Problem» nennt aber auch er es, dass 17 Prozent der 15-Jährigen nur einfache Texte verstehen können. «Wir müssen mehr in die Integration investieren», so Misteli. Dazu gehöre gerade auch die Frühförderung.

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