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Für einmal etwas Handfestes für Ankli …

03/10/2014 - 19:21

Als Anlass «der Freude und des Dankes» bezeichnete Andreas Büttiker, Direktor der Baselland Transport AG (BLT), den Festakt vom letzten Sonntag zur Fertigstellung der Doppelspurstrecke von Ettingen BL bis Flüh SO. Ab dem 4.Dezember wird dann in Betrieb genommen, was der Zweck der Investition war: Der 7½-Minuten-Takt in den Stosszeiten auf der Strecke von Basel bis Flüh.

Zum Brunch im Festzelt kamen sie in Scharen, die vom Baulärm betroffenen Anwohner der Strecke und die vielen BLT-Fahrgäste aus dem vorderen und hinteren Leimental – Baselbieter und Schwarzbuben vereint. Die Baufirma Albin Borer AG hatte eigens für das Fest eine Ad-hoc-Tramhaltestelle «Hinteres Leimental» zwischen Bättwil und Witterswil gesponsert.

Tramlinie für 60000 Einwohner

«Eine Extra-Haltestelle habe ich noch nie gesehen», räumte die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro ein und meinte, für ein Tal wie das Leimental mit 60000 Einwohnern und ausserordentlicher Lebensqualität, aber ohne S-Bahn und Autobahn, sei ein effizienter öV von besonderer Bedeutung. Mit dem 28-Millionen-Projekt, an das der Bund 9 und der Kanton Solothurn 3 Millionen beigesteuert habe, sei ein weiterer öV-Meilenstein gesetzt worden. «Regional geht es nur mit Zusammenarbeit», sagte Pegoraro just am Tag der Entscheidung über eine Kantonsfusion von Basel-Stadt und Baselland.

«Grenzen nicht sehr spürbar»

Pegoraros Solothurner Amtskollege Remo Ankli, der den ferienabwesenden Baudirektor Roland Fürst vertrat, freute sich sichtlich, «einmal etwas Handfestes» einweihen zu dürfen. «Trotz seiner beispiellos verzweigten Grenzen ist Solothurn ein offener Kanton und der gelebte Alltag macht deutlich, dass gerade im hinteren Leimental die Grenzen nicht sehr spürbar sind», freute sich der solothurnische Bildungsdirektor über das gemeinsame Projekt mit Baselland und der BLT. Es habe zwar keine Grenzen, aber doch einige Hürden überwinden müssen. «Nicht nur im Sinne des Angebots, sondern auch für die Lebensqualität und die Standortattraktivität im hinteren Leimental sind die drei Millionen Solothurns gut investiertes Geld», zog AnkliBilanz.

Alt Ammann gibt seinen Segen

BLT-Verwaltungsratspräsident André Dosé lag es sichtlich am Herzen, allen Beteiligten zu danken. So den Politikern, den Gemeinden und speziell auch den Anwohnern, die, einzigartig in dieser Zeit, sogar Land für die Doppelspur zur Verfügung gestellt hätten. So machte sich nach diesem präsidialen Lob das ganze Festzelt hinter Gipfeli, Spiegeleier, Rösti, Schinken oder Eier, um die Doppelspur zu verinnerlichen. Doyen Peter Rudin (92), einst Gemeindepräsident in Witterswil, zog beim Brunch seine ureigene Bilanz: «Eine gute Sache, langjährige Bemühungen im Gleichtakt mit der Bevölkerungsentwicklung haben jetzt schöne Früchte getragen.»

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Kilometer Gleis oder 9720 Meter Schienen, zwei Weichen und 5000 Meter Fahrdraht, 67 Fahrleitungsmasten, 22 Signale, 76 Achszähler, 29 Zugsicherungen, 7400 Schwellen bei 50000 Tonnen Aushub und 21000 Tonnen neuem Schotter: Das die Masse der neuen Doppelspurstrecke Ettingen–Flüh der von Basel ins solothurnische Leimental (mit Haltestellen in Witterswil, Bättwil, Flüh und Rodersdorf) führendenLinie 10 der Baselland Transport AG (BLT).

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